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Der große Herbstputz - Praktische Entsorgung in der Biotonne
Im Herbst herrscht bei uns Hochbetrieb: 12.000 bis 15.000 Tonnen Laub beseitigen wir jeden Herbst in Hamburg. Aber Achtung: Nicht überall sind wir für die Beseitigung des Laubes verantwortlich!
Hier gilt: Straßen und öffentliche Wege, die wir ohnehin gegen Gebühr reinigen, sind auch beim Laub unsere Sache. Ist die Gehwegreinigung Aufgabe des Anliegers, ist er auch für die Laubbeseitigung zuständig. Dazu ein paar wichtige Tipps:
Umweltgerechte Entsorgung
Laub, das nicht auf dem eigenen Grundstück kompostiert wird, sollte wie alle anderen organischen Hausabfälle aus Küche oder Garten am besten in der grünen Biotonne entsorgt werden. Haushalte, die noch keine Biotonne haben, können diese hier kurzfristig bestellen. Die grüne Biotonne der Stadtreinigung wird alle zwei Wochen entleert, kostet weniger als eine Restmülltonne und ist somit eine kostengünstige und einfache Entsorgungsmöglichkeit.
Und sollte doch mal etwas mehr Laub anfallen, als die Biotonne fassen kann, nutzen Sie den praktischen Laubsack für eine umwelt- und klimafreundliche Entsorgung. Ab September eines jeden Jahres können Sie diesen auf allen 13 Recyclinghöfen der Stadtreinigung Hamburg, bei der mobilen Problemstoffsammlung und in vielen Budnikowsky-Filialen kaufen. Der Laubsack fasst 100 Liter, kostet 0,50 € pro Stück und kann in der Zeit vom 1.9. bis 31.12. am üblichen Abfuhrtag der grauen Restmülltonne am Straßenrand zur Abholung bereitgestellt werden. Die Laubsäcke werden dann entweder im Rahmen der regelhaften Abfuhr oder an den Folgetagen durch Sonderwagen mitgenommen. Sie können die Laubsäcke im Herbst bis November auch in Paketen zu zehn Stück telefonisch unter der Nummer 25760 bestellen.
Die Laubsäcke können auch außerhalb der Laubzeit ganzjährig zur Anlieferung von Grünabfall auf den Recyclinghöfen genutzt werden. Bei der Anlieferung von Laub und Grünabfällen in Laubsäcken der Stadtreinigung werden auf den Recyclinghöfen keine weiteren Gebühren erhoben.
Wichtiger Hinweis: Laub aus Gärten und von Gehwegen darf nicht ordnungswidrig am Fahrbahnrand oder im Rinnstein abgelagert werden, auch wenn es von "städtischen" Bäumen am Straßenrand stammt. Es drohen Überschwemmungen durch verstopfte Sieleinläufe (Gullys). Darauf weist auch das Unternehmen Hamburg Wasser auf seiner Website hin. Auch das Ablagern in Gräben kann zu Überschwemmungen führen.
Weitere Entsorgungsmöglichkeiten
Grundsätzlich ist es auch zulässig, Laub über den normalen Restmüll (Restmüllgefäß, weißer Sack der Stadtreinigung oder Sonderabfuhr) zu entsorgen, auch wenn diese Art der Entsorgung aus ökologischer Sicht nicht sinnvoll ist. Laub und Grünabfälle kann direkt im eigenen Garten kompostiert werden. Kompost ist ein ausgezeichneter natürlicher Nährstoff und verbessert die Bodenqualität nachhaltig. Gartenbesitzer verwenden Laub am besten zerkleinert als Winterschutz für Staudenbeete oder kompostiert als Bodenverbesserer. Laubhaufen sind für Igel und andere Nützlinge wichtige Überwinterungsplätze.
Schädlinge im Laub
Die nur drei bis vier Millimeter große Kastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella) breitet sich seit einigen Jahren über ganz Europa aus und verursacht auch in Hamburg vor allem auf der weißblühenden Rosskastanie ein frühzeitiges Abwerfen der Blätter.
Verbreitet ist in diesem Jahr auch ein Befall durch den Bräunepilz (Guignardia aesculi), der Ursache der sog. Blattbräune bei Kastanien ist. Um eine Ausbreitung beider Schadorganismen zu verhindern, sollte befallenes Kastanienlaub nicht vor Ort kompostiert sondern über die Angebote der Stadtreinigung entsorgt werden.
Ein dritter auffälliger Schädling an Hamburger Straßenbäumen ist die Wollige Napfschildlaus (Pulvinaria regalis). Besonders die Stämme und Zweige von Linden und Ahorn sind mit den weißen Eisäcken der Laus bedeckt. Bei Linden sind auch die Blattunterseiten der abgeworfenen Blätter mit weißen Eisäcken der Laus bedeckt. Diese Eisäcke sind in der Regel leer. Das Laub kann daher ohne Bedenken kompostiert werden.
Wer muss das Laub auf öffentlichen Wegen sammeln und entsorgen?
Überall dort, wo die SRH das ganze Jahr über gegen Gebühr den Gehweg reinigt (rund 7.300 Kilometer Fahrbahnreinigungsstrecke und 3.200 Kilometer Gehwege in Hamburg), entfernt sie auch im Herbst das anfallende Laub. Anwohner, die ihren Gehweg selbst reinigen (rund 3.200 Kilometer), müssen Laub auf den Gehwegen allerdings auf eigene Kosten entsorgen. Dabei ist es unwichtig, woher das Laub auf den Gehwegen stammt: Auch solches, das von "städtischen" Bäumen auf den Gehweg fällt, müssen die verantwortlichen Anwohner entsorgen. Das Laub am Fahrbahnrand oder in Rinnsteinen abzulagern ist ordnungswidrig und kann zu Überschwemmungen wegen verstopfter Sieleinläufe (Gullys) führen.
Zahlen und Fakten zur "Laubschlacht"
Um effizient zu arbeiten, setzt die SRH auch auf maschinelle Hilfe:
* 140 tragbare Blasgeräte, davon rund 100 Zwei-Takt-Gebläse und rund 40 geräuschreduzierte Vier-Takt-Gebläse und vier Gebläse mit Elektromotor (seit Herbst 2011 im Test).
* 49 Maschinen mit Saugvorrichtung, davon 10 Spezial-Containeraufbauten mit 30 Kubikmeter Volumen, 12 Sauggeräte als Anhänger für Klein-Lkw und 35 große Kehrmaschinen mit seitlich angebrachtem Saugschlauch sowie zwei Laubsauggebläse als Anbaugerät für Müllwagen.
* 84 Klein-Lkw mit Pritsche und zehn Kubikmeter Fassungsvermögen.
* 35 kleinere Kehrmaschinen ohne Saugvorrichtung für den Einsatz auf Gehwegen.
Die wegen ihrer Lautstärke oft kritisierten tragbaren Blasgeräte sind für die SRH unverzichtbar: Sie sorgen dafür, dass das herumliegende Laub schnell von den Gehwegen kommt. Schnelligkeit ist gerade im Herbst wichtig, weil insbesondere nasses Laub sehr rutschig und damit zu einer Gefahr für den Fußgänger- und Radverkehr werden kann. Zudem gilt es, das Laub möglichst noch vor dem ersten Frost einzusammeln. Im eigenen Garten ist die maschnielle Laubbeseitung nicht sinnvoll, zumal hier auch häufig Laubsauger eingesetzt werden, die das Laub einschließlich der Kleinlebewesen aufsaugen und häckseln.
Die jährliche Laubmenge zwischen 12.000 und 15.000 Tonnen (t) reicht, um rund 300.000 Standard-Restmülltonnen (120 Liter) zu füllen. Würde man diese Tonnen aufeinander stellen, wäre der entstandene Turm rund 32-mal so hoch wie der Mount Everest, der mit 8.848 Metern höchste Berg der Erde.
Was geschieht mit dem Laub?
Laub wird in einer Spezialanlage der Firma ETH Umwelttechnik in Hamburg-Veddel in einer Aufbereitungsanlage gereinigt, zu Pellets verpresst, mit Mineralien angereichert und in der Landwirtschaft als Bodenverbesserer eingesetzt
Zusammenfassung:
- Es ist verboten, Laub vom Grundstück auf den Gehweg oder von diesem auf die Fahrbahn oder den Radweg zu fegen! Achten Sie bitte darauf, dass die Siele nicht verstopfen (Überschwemmungsgefahr)!
- Benutzen Sie die Biotonne, die Laubsäcke der Stadtreinigung oder die Restmüllgefäße.
- Kompostieren Sie das Laub im eigenen Garten oder nutzen Sie es zerkleinert als Winterschutz für Beete.
- Geben Sie das Laub auf einem unserer 13 Recyclinghöfe ab. Einer davon ist bestimmt in Ihrer Nähe!
- Benutzen Sie den "Laubsack" für € 0,50 (100 Liter, bei Budnikowsky und auf den Recyclinghöfen erhältlich).
- Bestellen Sie zusätzliche Müllgefäße.
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